Den offiziellen Stempel aufgedrückt

Den offiziellen Stempel aufgedrückt

Mit 70-jähriger Branchenerfahrung ist Clamason Industries Ltd. der führende europäische Hersteller von präzisen Press- und Stanzteilen. Mit einem Umsatz weit über £20 Mio. und einem jährlichen Wachstum von 18 Prozent (zwischen 2015 und 2016) hat sich Clamason Industries Ltd. (Clamason) einen beneidenswerten Ruf auf den globalen Fertigungs- und Exportmärkten verschafft. Die reichhaltige Geschichte des Unternehmens als führender Hersteller von präzisen Press- und Stanzteilen geht auf die Gründung der Firma in Kingswinford (West Midlands, England) im Jahre 1947 zurück.

Das Unternehmen spezialisierte sich ursprünglich auf die Entwicklung von kleinen und komplexen Teilen, wofür sowohl „Multi-Slide“-Pressen als auch Hochgeschwindigkeitspressen im Niedrigtonnage-Bereich eingesetzt wurden. Jede dieser Kapazitäten ist und bleibt eine Kernkompetenz des Unternehmens, das sich seitdem weiterentwickelt hat und nunmehr Fertigungsbetriebe in Großbritannien und der Slowakei unterhält. Heute produziert Clamason präzise Metallkomponenten und Baugruppen, die in mehreren automobiltechnischen, medizinischen und industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen.

Im Dezember 2016 erreichte das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein, als bekannt gegeben wurde, dass seine Geschäftsführung den Buyout von Clamason mit Unterstützung durch Connection Capital abgeschlossen hatte. Die neue Unternehmensstruktur ermöglicht Clamason, längerfristige Investitionsentscheidungen zu treffen; zudem bot das Geschäft auch Kapital für das weitere Wachstum beider Fertigungsbetriebe in Großbritannien und der Slowakei.

„Der Management-Buyout (MBO) war eine strukturierte und sorgfältig geplante Übergabe des Familienkonzerns. Die Familie wollte, dass das Unternehmen in Kontinuität mit seiner Vergangenheit weiterarbeitet; mit anderen Worten stellte der MBO die beste Möglichkeit dar, das Unternehmen zukünftig weiterzuentwickeln, während seine Tradition und Markenpositionierung gewahrt blieben“, enthüllt Neil Geoghegan, der CEO von Clamason Industries. „Das MBO-Managementteam ist an allen Hauptdisziplinen des Unternehmens beteiligt und verfügt gemeinsam über mehr als 60-jährige Erfahrung im Unternehmen. Das Team arbeitete mit Connection Capital als Partner zusammen, um den MBO zu unterstützen, und die Transaktion war einer der größten MBOs, die 2016 in der Midlands-Region abgeschlossen wurden. Ein weiterer bedeutender Faktor war, dass die am Projekt beteiligten Berater ausschließlich in den Midlands ansässig waren. Santander stellte Bankdienstleistungen bereit, wobei auch Mazars, Eversheds, Gateley und Freeths an der Strukturierung des Abschlusses mitwirkten.“

Ein wichtiges Element des MBO war der Schutz der Wertvorstellungen des Unternehmens, die aus 70-jährigem Familienbesitz hervorgingen. „Wir besitzen langjährige Erfahrungen, allein im britischen Team sind das gut 1500 Jahre, wobei 35 Prozent der Mitarbeiter gut zehnjährige Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Dadurch haben wir einen Riesenvorteil, wenn es um die Lösung komplexer Probleme und das Meistern von Herausforderungen bei der Projektabwicklung geht“, fügt Neil hinzu. „Zudem verfügen wir über eine ausgeprägte Kultur der Zusammenarbeit, die sich regelmäßig bei Tischgesprächen zeigt und die Gedanken und Meinungen der jeweiligen Mitarbeiter zusammenführt.”

Clamason liegt auch sehr daran, die Talente der nächsten Mitarbeitergeneration heranzuführen, wobei das Unternehmen gegenwärtig zehn Auszubildende betreut. „Unsere Auszubildendenprogramme sind auf Ortsebene konzipiert und ein wichtiger Bestandteil eines vielschichtigen Geschäftskontinuitätsansatzes, der vorausdenkt, um das künftige Wachstum von Clamason und seiner Mitarbeiter zu sichern“, sagt Verkaufsleiter Ian Davies.

Das Unternehmen kann eine Reihe von Blue-chip-Kunden vorweisen, wie z. B. Bosch, Delphi, Visteon, Sanofi, Schneider Electric und Siemens, die mit Komponenten beliefert werden, die aus den gut 60 Stanzmaschinen von Clamason im 6.600 m2 großen Werk Kingswinford und im 2.700 m2 großen

Betrieb in der Slowakei stammen. Letzter wird im Juli 2017 auf 4700 m2 ausgebaut, um zunehmender Kundennachfrage zu entsprechen. Außerdem erwägt Clamason einen weiteren europäischen Fertigungsstandort, um mehrere seiner Hauptkunden zu betreuen.

Im Laufe seiner Geschichte hat Clamason bedeutend in seine Produktionskapazitäten, den Kauf größerer Stanzpressen und die Entwicklung moderner Schweiß- und Automationsanlagen investiert. Dadurch ist es dem Unternehmen möglich, die expandierenden Automobilsicherheits- und Elektronikmärkte anzupeilen. Zu den Anwendungen in diesen Sektoren zählen die Entwicklung von komplexen Stanzteilen für Airbags, Motorsteuereinheiten, Kfz-Unterhaltungssysteme und fahrerlose Technologie, wobei es sich um einen immer wichtigeren Wachstumsbereich handelt.

Außerdem beschloss Clamason, in kleinere Bruderer-Hochgeschwindigkeitspressen zu investieren, und fertigt jetzt jährlich mehr als 350 Mio. Komponenten für Medizingeräte. Zur Unterstützung seiner Kunden besitzt Clamason die Akkreditierungen nach BS ISO 9001, ISO/TS16949, ISO14001 und BS13485 und ist nach FDA CFR21 Parts 820 zertifiziert, der US-Norm für Metallstanzteile für Medizingeräte – und ist einer der wenigen europäischen Stanzbetriebe, die diese Norm erfüllen.

„Wir beginnen gegenwärtig ein wichtiges neues medizinisches (Spiralfeder-) Projekt“, fügt Ian hinzu. „In diesem Fall weiß unser Kunde, wie wir arbeiten, und ihm gefällt, dass wir unsere automobiltechnische Erfahrung in diesen Markt einbringen können. Zudem weiß unser Kunde die Tatsache zu schätzen, dass wir schnell ein hohes Maß an Kompetenz in einer traditionell „behäbigen“ Branche vorweisen können.”

Wie Neil korrekt hervorhebt, leben wir in einer Welt, in der ein Großteil des Geschehens in der Fertigungsindustrie von der resultierenden CO2-Bilanz bestimmt wird. Einerseits wird eine Reihe von traditionellen Fertigungsverfahren wie z. B. Extrudieren und Gießen weniger nachhaltig; von Clamason angebotene gestanzte Metallprodukte hingegen können mehrmals recycelt werden und sind daher umweltverträglich.

Neben der zunehmenden Ausrichtung auf das Nachhaltigkeitskonzept ist der Markt, in dem sich Clamason heute befindet, durch eine Mentalität des „Abwartens“ geprägt – insbesondere in Großbritannien angesichts des 2016 erfolgten Votums, die Europäische Union zu verlassen, und der andauernden Brexit-Verhandlungen. Trotz dieser Tatsache ist das Unternehmen in der Lage, potenziellen Abschwüngen entgegenzuwirken. „Wir sind ein paneuropäisches Unternehmen, da wir in Großbritannien und Kontinentaleuropa kaufen und an Blue-chip-Unternehmen in Deutschland, Frankreich und weiter weg verkaufen“, führt Ian aus. „Obwohl diese Unternehmen alternative Lieferanten haben, denen sie sich zuwenden können, ist der Wert, den wir für sie schaffen, bedeutend genug, um unser Partner zu bleiben.“

Als stabiles und profitables Unternehmen geht Clamason von weiterem, rund 18%igem Wachstum für das Jahr 2016-2017 aus. „Dies ist ein Markt mit ständigem Innovationsbedarf: unsere Führungsstellung in puncto Konstruktion, Produktivität und Automation geht Hand in Hand mit unserer Fähigkeit, Qualitätsprodukte kurzfristig zu liefern“, schließt Neil. „Genau dieses Serviceniveau stärkt unsere Kundenbeziehungen auch weiterhin.“